Stärken versus Schwächen



Akzeptieren Sie sich so, wie Sie sind? Mit Ihren ganz eigenen Fehlern und Schwächen?

Dann herzlichen Glückwunsch! Denn das tun die wenigsten unter uns.


Wenn Sie jetzt denken: Sicherlich gibt es auch Menschen, die fehlerfrei sind – Menschen ohne Schwächen, makellos und mit perfektem Charakter und Sie wären vielleicht gerne so ein Mensch oder Sie halten sich selbst dafür – dann muss ich Sie jetzt leider enttäuschen. Es gibt sie nicht. Kein Mensch ist frei von Irrtum, Fehler und Versagen – weder im Kleinen noch im Großen bzw. mal mehr oder weniger stark ausgeprägt und signifikant.

Manche sehen Fehler nur bei anderen und nie bei sich selbst. Und umgekehrt sehen manche nur ihr eigenes Spiegelbild und die vermeintlich überdeutlichen Schwächen und Makel und andere wirken auf sie hingegen perfekt.


Doch schauen wir uns diese Schwächen doch mal aus der Nähe betrachtet an.

Das macht Ihnen Angst? Ok. Kein Problem. Akzeptiert. Die Angst darf sein. Behalten Sie sie ruhig. Aber bitte ohne ihr zu viel Gewicht und Aufmerksamkeit beizumessen. Und vor allem, ohne die Angst zu bewerten. Denn der Blick hinter die Angst lohnt sich. Und dafür brauche ich Ihre volle Aufmerksamkeit.

Nehmen wir doch mal an, Sie betrachten es als Schwäche von Natur aus eher ruhig zu sein, sich in Gruppen vielleicht nicht so wohl zu fühlen und auch an Konversationen eher als stiller Beobachter teilzunehmen anstatt aktiv verbal zu interagieren. Perfekt. Denn wer aufgepasst hat, hat eben nicht nur die vermeintliche Schwäche aus dem Satz gefiltert, sondern auch eine Stärke. Nämlich die Tatsache, dass jemand, der in einem Gespräch eher ruhig und zurückhaltend, sprich passiv, ist, gut als Zuhörer fungiert! Manche Menschen können quasseln ohne Punkt und Komma und das ist schön und vielleicht unterhaltsam für andere, aber können diese Menschen auch gut zuhören? Nicht immer. Und darin findet sich eben die Stärke der „Ruhigen“. Beobachten und Zuhören sind menschliche Fähigkeiten, die man sich gut zunutze machen kann.

Ich spreche hier aus Erfahrung, denn ich habe meine (früher sehr) ruhige Art zu einer meiner größten Stärken gemacht, indem ich sie bei meiner Arbeit einsetze. Während dem aktiven Zuhören wird nämlich beobachtet, kognitiv erfasst und analysiert, bis hin zur Problemlösung.

Und egal welche Schwäche Sie an sich wahrnehmen und verurteilen – ich sage Ihnen, es hat etwas Gutes.


Wenn Sie im Moment noch nicht alle Ihre Stärken erkennen können, lohnt sich ein Blick hinter die Fassade Ihrer Schwächen. Das ist nur leider nicht immer so einfach, wie es klingt.

Vielleicht bekommt Ihr innerer Kritiker auch Unterstützung im Außen, durch Freunde, Familie, Bekannte oder Partner und deshalb hadern Sie noch mehr mit sich selbst und werten sich ab. Vielleicht ist es eine Stimme im Ohr, die Sie Ihr ganzes Leben lang begleitet – bis sie sich bewusst dazu entscheiden, nicht mehr hinzuhören.

Wer auch immer Ihnen sagt, dass Sie, so wie Sie sind, falsch sind oder Ihre Fehler und Schwächen bemängelt, der hat leider versäumt, dabei nach Ihren Stärken und Vorzügen Ausschau zu halten.


Im Grunde ist es mit den Stärken und Schwächen ein bisschen wie beim Aikidō. "Ziel ist es, einem Angriff dadurch zu begegnen, dass man die Angriffskraft leitet und es dem Gegner unmöglich macht, seinen Angriff fortzuführen. Der friedlichen geistigen Haltung des Aikidō entsprechend geschieht dies ohne Absicht zum Gegenangriff, sondern vorwiegend durch die Einnahme einer günstigen Position und ständige Kontrolle des Kontakts mit dem Gegner." (Wikipedia)

Nehmen Sie eine andere Position zu Ihrer Schwäche ein, denn sie ist nicht Ihr Feind. Anstatt diese also abzuwehren, leiten Sie die Schwäche in die richtigen Bahnen und machen eine Stärke daraus.


Andere kennen Sie niemals so gut, wie Sie sich selbst kennen.

Daher frage ich Sie: Was sind die Stärken in Ihren Schwächen? Ist Ihre sogenannte Schwäche überhaupt eine? Wollen Sie sich weiterhin unterschätzen oder aktiv etwas für sich und Ihr Selbstbild zum Positiven verändern?


Veränderungen sind möglich, das sehe ich jeden Tag. :)



Caroline