Vertrauen. Menschen helfen Menschen. Ein Team.

Neulich war ich im Park spazieren. Es war ein schöner Sommerabend und die Atmosphäre war entspannt, ruhig und idyllisch. Die Einzigen, die zu der Zeit mit mir dort waren, waren zwei Jungen im Alter von ungefähr 9 oder 10. Sie spielten Ball.

Kurz bevor ich den Park verlassen wollte, habe ich gesehen, wie der Ball der beiden Jungen in einem hohen Dickicht gelandet ist. Ich habe beobachtet, wie die Jungen hin gelaufen sind und sich den Ball wiederholen wollten – was angesichts der Lage des Balls gar nicht so einfach aussah. Sie wirkten etwas ratlos. Also bin ich auf den Jungen, der mir am nächsten stand, zugelaufen und fragte, ob sie Hilfe bräuchten. Er verneinte.


Meine Gedanken dabei waren: Das ist eine Eigenschaft, die er bereits mit den meisten Erwachsenen gemein hat. Er denkt vielleicht: „Ich komme alleine zurecht. Ich brauche keine Hilfe.“ Und vielleicht sogar: „Ich darf keine Hilfe annehmen, das zeugt von Schwäche.“ Leider ein absolut falscher Gedanke! Es ist sogar eine Stärke zu erkennen, wann man Hilfe annehmen oder suchen sollte. Und, dass man es vor allem auch darf!


Ich sagte: „Ok“. Seine Entscheidung respektierend lief ich langsam weiter. Dabei überlegte ich, was ich an ihrer Stelle tun würde. Denn da ich kaum größer bin als die beiden Jungen (was durchaus auch ein Grund gewesen sein könnte meine Hilfe auszuschlagen ;D), bin ich es gewohnt mich an allen möglichen Hilfsmitteln zu bedienen. Also habe ich mich umgeschaut, und auf dem Boden am Wegrand neben mir lag ein schmaler, länglicher Ast. Ich musste fast ein bisschen Lächeln, denn es war, als ob ihn jemand mit Absicht dort platziert hätte. Und ich dachte nur: „Perfekt“.

Also habe ich den Ast aufgehoben und dachte: „Ok, meine Hilfe wollen sie nicht annehmen aber vielleicht akzeptieren sie meine Hilfe zur Selbsthilfe.“ Ich habe wieder den Jungen, der mir am nächsten stand, angesprochen und meinte mit ausgestrecktem Arm, ihm den Ast hinhaltend: „Hier, vielleicht hilft euch das.“ Und er nahm den Ast und lief zu seinem Freund, um mit ihm zusammen den Ball aus dem Dickicht zu befreien. Ich habe ihnen nicht dabei zugesehen. Sobald er den Ast von mir angenommen hatte, bin ich lächelnd Richtung Ausgang gelaufen – in dem Vertrauen, dass sie es schaffen werden. (Und falls es mit dem Ast doch nicht geklappt hätte, hätte ich darauf vertraut, dass sie wissen, was zu tun ist, und bereit sind sich Hilfe zu holen.)


Wir sind alle Menschen. Wir sind alle ein Team.


:)





  Caroline Pitz | Heilpraktikerin für Psychotherapie  

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